Psalm 104
Vers 1
Komm, Seele, sing! Ihr Sinne, feiert mit!
Lobt Gott, der euch im Glanz entgegentritt.
HERR, du bist schön, du bist mit Licht umkleidet,
das unter Menschen Wahn und Wahrheit scheidet.
Du spannst den Himmel. Deine Stürme ziehn.
Voll unbegriffner Botschaft Blitze sprühn.
Erdreich und Meer hast du sich trennen lassen:
hier Berge, Ebnen, dort nur Wassermassen.
Vers 2
Doch zwischen Felsen gehen Quellen auf,
du sammelst sie im Tal zum Wasserlauf.
Da trinkt das Wild. Die schönen Fische schwimmen.
Das Uferlaub steckt voller Vogelstimmen.
Du gibst dem regenfeuchten Lande Kraft,
füllst seine Früchte mit Geschmack und Saft.
Aus Saat wächst Brot. Der Wein wächst aus den Reben.
Des Menschen Herz wird stark und liebt das Leben.
Vers 3
Von dir sind unsre Zeiten in der Zeit,
der Tag, das Jahr, Frist und Gelegenheit,
der Mond- und Sonnenlauf in ihren Bahnen,
was wir errechnen, was wir nur erst ahnen.
Von dir ist selbst die Finsternis der Nacht,
in der das Unheil schleicht und Beute macht,
von dir der Morgen, wenn die ängste schwinden
und Mensch und Welt im Werk zusammenfinden.
Vers 4
Wie weise deine Werke, HERR, wie groß!
Der Vorrat deiner Hand scheint grenzenlos.
So wollen alle von dir Luft und Nahrung.
Sie sammeln, wenn du gibst: Brot, Gut, Erfahrung.
Sie sind verstört, wenn's ihnen nicht gedieh.
Wenn du den Atem anhältst, sterben sie.
Du sendest Atem aus, daß Atem werde,
und du erneuerst die Gestalt der Erde.
Vers 5
Es freue sich der Schöpfer seiner Welt,
damit sie nie dem Unverstand verfällt.
Wenn unter seinem Blick die Krater rauchen-
nie soll ein Mensch die Welt in Feuer tauchen.
Ich lobe Gott, solang ich Atem hab.
Die Sünder haben kurzen Weg zum Grab.
O würden sie des blinden Wahns doch inne!
Komm, Seele, sing! Und feiert mit, ihr Sinne!