Psalm 60
Vers 1
Ach, HERR, wie hast du uns zerstreut,
gezürnt, verstoßen lange Zeit!
Zu dir wir kommen, nimm uns an,
du hilfst, wo niemand helfen kann.
Sieh, wie die Erde bebt und wankt!
Sieh, wie sie zittert, taumelt, schwankt!
Der Erde Grund kann nicht bestehen.
Vor deinem Zorn muß er vergehen.
Vers 2
Wie schrecklich, HERR, ist dein Gericht!
Du wandtest von uns dein Gesicht.
Du tränktest uns mit Taumelwein,
ja, bittren Trank schenkst du uns ein.
Ach, laß uns bald dein Zeichen sehn,
daß wir des Todes Pfeil entgehn.
Laß deine Macht sich offenbaren
daß, die du liebst, dein Heil erfahren.
Vers 3
So sprach der HERR im Heiligtum:
Erneuern will ich meinen Ruhm,
wenn siegreich jedes Volk und Land
ich mir erwerb mit starker Hand.
Ja, aller Herrscher Glanz und Pracht
wird Beute meiner Siegesmacht,
bis alle Völker dieser Erden
zu meinem Reich gezählet werden.
Vers 4
Noch sehen unsre Augen nicht
die Welt in deinem Siegeslicht.
Noch leben wir in dunkler Nacht,
verborgen ist uns deine Macht.
Hilf uns, o Gott, aus aller Not!
Du, HERR, allein bist unser Gott.
Dein starker Arm muß für uns streiten
und in die Stadt des Heils geleiten.