Psalm 40
Vers 1
Ich harrete des HERRN in banger Not,
und Er hat Sich zu mir geneigt,
als Hörer des Gebets gezeigt.
Die Mördergrube drohte mir den Tod;
doch Er, der mir gewogen,
hat mich herausgezogen,
aus zähem Schlamm erlöst.
Ja, der Gott Israels
setzt mich auf einen Fels,
macht meine Tritte fest.
Vers 2
Ein neues Lied legt er mir in den Mund,
um unsern Gott hoch zu erhöhn.
Oh, viele, die mich jauchzen sehn,
verehren ihn und rühmen seinen Bund,
da alle, die ihm trauen,
sein Heil bald selber schauen.
Wohl dem, der, weil ihn oft
die Welt mit ihrer Pracht
verführt und irr gemacht,
auf den Erbarmer hofft!
Vers 3
Groß, Herr, mein Gott, sind deine Wunder all,
groß deine Pläne für dein Reich!
Mein Ruhm ist nichts; was ist dir gleich,
Unendlicher? Wo find ich Maß und Zahl?
Du sprichst: »Ich will nicht Gaben
von dir, nicht Opfer haben,
Brand- und Sühnopfer nicht.«
Du öffnest mir dein Ohr,
ich blick zu Gott empor,
verstehe, was er spricht.
Vers 4
Nein, dir, o Gott, gefällt kein Opfer mehr;
drum sieh, ich komm und mach’s bekannt,
die Bücherroll in meiner Hand,
sie zeugt von mir und meines Namens Ehr.
Dein Name soll auf Erden
an mir verkläret werden;
was du willst, tu ich gern.
Mein Gott, ich trage stets
im Herzen dein Gesetz,
mein Amt ist ganz des Herrn.
Vers 5
Ich rede laut von der Gerechtigkeit
und tu sie der Gemeinde kund,
nichts, nichts verschließet meinen Mund,
du weißt es, Herr, du siehst es allezeit.
Sollt ich dein Recht verhehlen,
Heil, Wahrheit nicht empfehlen?
Nein, es werd offenbar
dein ganzer Liebesrat;
was Gnad und Wahrheit tat,
das stell ich jedem dar.
Vers 6
Verschließ dein Herz, das immer zärtlich liebt,
mir nie, o Herr! Ich seh auf dich.
Oh, Gnad und Wahrheit schütze mich,
da Leiden jetzt mich ohne Zahl umgibt!
Ergriffen von den Sünden,
läßt sich kein Ausweg finden;
oh, ihrer ist viel mehr,
als Haar auf meinem Haupt!
Mein Herz, von Kraft beraubt,
zagt vor dem Sündenheer.
Vers 7
Gefiel es dir, mir Stärke zu verleihn!
O Herr, ach, eil, mir beizustehn!
Dann werd ich alle schamrot sehn,
die um mich her sich meines Elends freun.
Laß, die mich wollen töten,
bestürzt zurücketreten!
Ach, bleib mir immer nah!
Schmach, Schande sei der Lohn
dem, der mit lautem Hohn
schreit über mich: »Da, da!«
Vers 8
Herr, wer dich sucht, der jauchze hocherfreut!
Du selber bist des Suchers Teil.
Und wer hier fragt nach deinem Heil,
der rühme laut der Gnade Herrlichkeit!
Arm, elend bin ich immer,
doch ich verzage nimmer;
Gott lebt und sorgt für mich.
Mein Helfer und mein Gott,
mein Heil in aller Not!
Ach, eil! Ich wart auf dich.