Psalm 75
Vers 1
Dank, Anbetung bringen wir,
unser Gott, demütig Dir.
Jeder Deines Volkes sah
Deine Macht und Gnade nah,
von den Wundern Deiner Hand
rühme bald das ganze Land.
Vers 2
»Zu der mir bestimmten Zeit
richt ich in Gerechtigkeit.
Schwanket auch der Erdenball,
zittern die Bewohner all,
weil das Recht sie ganz verläßt:
ich setz seine Säulen fest.
Vers 3
Ich bin’s, dessen Mund einst spricht:
O ihr Stolzen, pocht so nicht!
Frevler, was erhebt ihr doch
eure Macht so himmelhoch!
Euer stolz erhöhtes Horn
trotzet eures Richters Zorn.«
Vers 4
Hat denn Mittag, Mitternacht,
Morgen, Abend Heil gebracht?
Nein, Gott ist’s, der in der Welt
ein Gericht nach Wahrheit hält:
Er erniedrigt und erhöht,
er regiert mit Majestät.
Vers 5
Gott hat – doch wem ist’s bekannt? –
einen Becher in der Hand.
Seht, er schenkt vom Taumelwein
jedem seinen Anteil ein;
wer sich ihm noch widersetzt,
trinkt die Hefen aus zuletzt.
Vers 6
Dir lobsing ich hoch erfreut,
Jakobs Gott, in Ewigkeit!
Du verkürzest einst im Zorn
jedem Bösewicht das Horn;
der Gerechten Macht besteht,
denn du hast sie hoch erhöht.