Psalm 85
Vers 1
Du gabst, o HERR, vorhin dem Lande Ruh,
erlösetest Dein Volk aus Sklaverei.
Du decktest sonst die Missetaten zu
und machtest uns von †bertretung frei.
Du zogst zurück den Grimm in seinem Lauf
und hobest oft den Zorn in Gnaden auf.
Oh tröste jetzt auch uns mit Deiner Huld,
Du Heiland, schon und trag'uns mit Geduld.
Vers 2
Wird deines Zorns, ach, noch kein Ende sein?
Geht er denn fort auf Kind und Kindeskind?
Wirst du, o Herr, dein Volk nicht mehr erfreun,
erquicken nie, wenn aller Trost zerrinnt?
Ach, sollen wir denn alle nun vergehn
und nie dein Heil, nie deine Gnade sehn?
Hör uns, o Gott, erhebe deine Hand,
hilf deinem Volk, rett unser Vaterland!
Vers 3
Horch nun, mein Geist, ob Gott nicht Antwort gibt
und noch von Heil zu seinem Volke spricht!
O ja, er spricht von Friedenm denn er liebt
noch treu sein Volk, und er verläßt uns nicht.
Nur daß man treu auf seine Worte hör
und niemand je zur Torheit wiederkehr!
Oh, wer ihn ehrt, dem naht die Hilfe schon,
daß wieder Ehr in unserm Lande wohn.
Vers 4
Die Güte wird der Treu entgegengehn,
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Du, Erde, wirst die Treue blühen sehn,
vom Himmel schaut Gerechtigkeit auf dich.
Gott ist uns gut, er gießt Gedeihen aus,
das Erdreich bringt den Segen uns ins Haus.
Seht, vor ihm her geht die Gerechtigkeit,
die Schritt vor Schritt sein Volk im Land erfreut!